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Kirchenrechtliche Abhandlungen.

Herausgegeben von

Dr. Ulrich Stutz,

0. ö. Professor der Rechte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn.

34. bis 36. Heft:

Hildebert von Lavardin (1056—1133) und das Kirchliche Stellenbesetzungsrecht.

Von

Dr. sur. FRANZ X. BARTH

Priester der Erzdiözese Köln.

STUTTGART. VERLAG VON FERDINAND ENKE 1906.

Hildebert von Lavardin

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und das kirchliche Stellenbesetzungsrecht.

De. sur. FRANZ X. BARTH

Priester der Erzdiözese Köln.

STUTTGART. VERLAG VON FERDINAND ENKE. 1906.

Druck der Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart.

Vorwort.

Die gegenwärtige Abhandlung verdankt ihre Entstehung der schon vor vierzehn Jahren vom Verfasser gehegten Ab- sicht, ein Leben jenes Hildebert zu schreiben, der bald durch seinen Geburtsort Lavardin, bald durch seinen Bischofssitz Le Mans, bald durch seinen Metropolitanstuhl Tours näher bezeichnet wird. Die damals zu diesem Ende begonnene Arbeit musste infolge anderweitiger Beschäftigung für eine Reihe von Jahren unterbrochen werden, und als ich dann meine Studien wieder aufnehmen konnte, liess es mir eine mittlerweile veröffentlichte Schrift Dieudonnös als überflüssig erscheinen, meinerseits noch eine einfache Biographie zu liefern. Ich beschloss vielmehr, einer eingehenden Untersuchung der verschiedenen Seiten des Wirkens Hildeberts mich zuzuwenden. Als erste Frucht dieser Studien bietet sich hiermit eine Wür- digung des Bischofs als Kanonisten dar, für eine zweite, welche seine literargeschichtliche Bedeutung zeigen soll, ist die Vor- bereitung ziemlich weit gediehen. Von dem ursprünglichen Plane, in einem zweiten Teile die übrigen Gegenstände des kirchlichen Rechtes, welche Hildebert berührt, zur Darstellung zu bringen, bin ich zurückgekommen. Ich habe mich darauf beschränkt, die meisten der Punkte, die in einem eigenen Teile hätten behandelt werden können, im Anschluss an das vorliegende engere Thema, sei es im Text, sei es in den An- merkungen, so weit als möglich zu berücksichtigen, und ich meine behaupten zu dürfen, dass es einerseits ohne Störung des Zusammenhanges, anderseits für die Erkenntnis der juri- stischen Gresamtauffassung Hildeberts ausgiebig geschehen ist.

VI Vorwort.

An Vorarbeiten kommen, abgesehen von Hinweisen auf den einen oder anderen Ausspruch Hildeberts, die sich in juristischen Werken ganz vereinzelt finden, nur historische in Betracht, und diese sind von Dieudonn& in seinem ersten Kapitel zusammengestellt. Ueber die Ergebnisse der bisherigen Forschung orientiert der Artikel Böhmers in der Real- encyclopädie von Herzog-Hauck.

Eine in der Einleitung enthaltene Untersuchung über die den juristischen Ausführungen Hildeberts zu (runde liegenden Quellen ist so weit geführt, als es füglich ohne Eifgehen auf den Inhalt des Textes und ohne Benutzung handschriftlichen Materials geschehen konnte. Weitere und bestimmtere Resul- tate werden hoffentlich "die längst angekündigten Aufsätze Fourniers über die betreffenden Fragen bringen. In der eingehaltenen Ordnung wurden sachliche mit literarischen und chronologischen Gesichtspunkten so verbunden, wie es dem Charakter des Themas am besten zu entsprechen schien.

Bonn, im September 1906.

Franz X. Barth.

Inhaltsübersicht.

Seite

OL WOLLE EEE V: Ziteraturverzeichnis. "7... Kara N ET RT EIRIOHUDSIISRM Ra HR N N RR EEE ERLERNEN 1 I. Hildeberts Leben 1 II. Hildebert und das kanonische Recht. 5 1. Seine Bedeutung auf diesem Gebiete . . . 2... B)

2. Sein Verhältnis zu den Sammlungen Ivos 8

Su Seinezeirene, Dammlungan a ee ld

II. Hildeberts Stellung zurgregorianischenReform 19

1. Die Reform in Frankreich . . . . 19 2. Persönliche Beziehungen Hildeberts zur N und.ıhnens Veranstaltungen wa sa 20

Erstes Kapitel.

Die allgemeinen Amtshindernisse . . . . 2 2 2 22.20.03 I. Die im Briefe II, 29 enthaltenen Hindernisse . . 26 1. Die Mängel der Geburt und der Freiheit. . . . . 27

Zu ManrelederaSanftmutee we 07

828. Mangel’des guten Renten wer a erde

4. Mangel der Wissenschaft. . . . . er 08

5. Delikte: Notwehr, Tötung, een ULEB 0:36

6. Bindungsansdens Weihebischof uns eu 2 2 0.805.20707.0:39

VoI Inhaltsübersicht.

Seite II. Die bei der Bischofswahl von Angers 110l in Frage kommenden Hindernisse... . „nm. z4l 1. Mangel des erforderlichen Alters. . ». . 2... 0... 41 2. Mangel der erforderlichen Weihen . .. ....4 3... Mehrheit von Stellen? 2. nn a Er 111. 226libat und. sımonie 02. N. 1. Die Kontroverse über Hildeberts Sittlichkett . . . 53 2. Die Hauptgesetze über den Zölibat . . . . . 2.097 8. Die Gesetzgebung bezüglich der Priestersöehne . . . 64 4. Hildebert gegen die Simonie . . . ne

et

Ungültigkeit der simonistisch rc Weihe? RE 6. Strafwirkung des simonistischen Empfanges der Weihe 73

IV,' Beseitigung der Hindernisse . , . ine ren 1. Die'Dimissorien 2 2 7 Va RR) 2. Der Beinigungseid.! „.%. 12. .0.2. 1. ka re 3. Das Gottesurteil . ».. . RE EN un 25 4. Päpstliches Dan ienrecnt re N 5. Bischöfliches Dispensationsrecht . . . . TI 6. Beschwerden Hildeberts bezüglich des en RR 2. Gesamtergebnis’des. K apıtelsun. 7 „1.19, Eee 102

Zweites Kapitel.

Besetzung der niederen Kirchenämter und der Kapitelstellen 106

L- Die” Rechterder Laien... 2.00 ee ne 1. im allgemeinen . . N ee 2. bei den niederen Kirchen in 0:00) 9... bei den 'Kapitelstellen. . 2... u... 1.2 (una 4. Fortsetzung: Der Streit in Tours . . . 167

5. Entwicklung der Laienrechte und ihrer Bekämpfung 179

112 ,Die;,Rechte klerıkaler Organe. rc ET:

1. der Domkapitel bei Kapitelstellen . . . 218 2. der Domkapitel (und anderer kirchlichen ee ) bei ‚Eigenkirchen ra 17.

Inhaltsübersicht.

der Archidiakonen, Archipresbyter und Landdekane . des Papstes, der Synoden und des Metropoliten Weitere Entwicklung dieser Rechte .

Gesamtergebnis des Kapitels

np

Drittes Kapitel.

Besetzung der Bistümer .

I. Erhebung Hildeberts zum Bischof von Le Mans. 1. Geschichte derselben NEE ET 2. Juristische Analysierung ne ihr Verhältnis zu früheren Besetzungen dieses Bee

II. Besetzung anderer Bistümer am Ende des 11.und Anfang des 12. Jahrhunderts

1. Besetzung des Bistums Angers im Jahre 1101

2. Besetzung der königlichen Bistümer in Frankreich (Ivo von Chartres) . i ;

3. Besetzung der Bistümer im aka anrischen Reich.

III. Die Ereignisse der Jahre 1111 und 1112 und die Entwicklung der Investiturfrage bis 1123

1. Beurteilung jener Ereignisse von seiten des franzö- sischen Klerus, insbesondere Ivos. GER, : 2. Urteil Hildeberts (und seine Stellung zur Frage des Verhältnisses von Kirche und Staat) 3 3. Die weitere Entwicklung .

IV. Die Erhebung Hildeberts zum Erzbischof von Tours

1. Die Translation Hildeberts h 2. Das Pallium (und die bretonische es) s 3. Der Primat von Lyon und der von Canterbury .

V. Die späteren Bistümerbesetzungen .

l. Die Vakanz in Le Mans nach Hildeberts Translation und das Regalienrecht

IX Seite 267 282 299 315

324 325

Inhaltsübersicht.

2. Die Besetzung des Bistums Le Mans in den Jahren 1126,

1155.00d, spater m 22 450 3. Die erste Besetzung des Erebirtans Pours era Hilde Dertsslode 02: ; . 456

4. Spätere Entwicklung. ee hl: ae Kanıtere . 459

Rückhlicki... u. 3. RP a Pe ey Alphabetisches Register... 22... erste

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Ferner sind die „Actus“ Hildeberts abgedruckt in den Aus- gaben seiner Werke (s. Hiidebert).

Ich zitiere: A. P. Mab...., die Actus Hildeberti A. P., B. (Beaugendre) ...; M. (Migne)...; Mab.... Ferner sind die Actus gemeint, wenn der „Biograph“ eines Bischofs von Le Mans angerufen wird.

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Einleitung.

I.

Hildebert von Lavardin, nach seinem Geburtsort so genannt, lebte von ungefähr 1056 bis 1133 !), seine Lebenszeit fällt also mit einer der wichtigsten Perioden der Kirchen- geschichte zusammen. Seine Herkunft war keine ganz un- bedeutende, und seine Begabung ragte offenbar weit über das Mittelmass hinaus. Aus den ersten vier Jahrzehnten seines Lebens ist uns weniges mehr bekannt, als dass er unter Bischof Ho&l, seinem Vorgänger auf dem Stuhle von Le Mans, Lehrer und Archidiakon wurde. Dass er in dieser Zeit an der Reform- bewegung sich irgendwie hervorragend beteiligte, wird nicht bezeugt. Ja, wenn es wahr wäre, was Gegner nach seiner Erwählung zum Bischof ihm vorwarfen, dass er nämlich die Sittengesetze in gröbster Weise verletzt hätte, so wäre damit für seine Stellung zur Reform ein ungünstiges Vorurteil ge- geben. Das Leben und Wirken des Bischofs Hildebert und darüber allein sind wir ausreichend unterrichtet hat indes zu derartigem Tadel jedenfalls keinen Anlass mehr geboten.

Es wurde bereits angedeutet, dass seine Erwählung zum Bischof von Le Mans (1096) keine einmütige war; der gegne- rischen Partei stand sogar die weltliche Macht zur Seite. Jedoch beruhigte sich der Graf Helias von Le Mans schon bald darüber, dass sein Wille nicht durchgedrungen war, und er hatte in der Folge an dem Bischof einen treuen Freund,

!) Ueber Hildeberts Leben vgl. Dieudonn&, Barth, Hildebert von Lavardin. 1

2 Einleitung.

der ihm auch in seinen um der Grafschaft willen mit dem König von England zu bestehenden Kämpfen wenigstens kein Hindernis bereitete. Der letztere dagegen scheint die Aus- schaltung seines Einflusses nie verschmerzt zu haben; er liess den Bischof seinen Unwillen und sein Misstrauen sehr reichlich fühlen; und wenn es auch dem klugen und friedliebenden Hildebert gelang, den König hinzuhalten und offene Feind- schaft zu verhüten, so war doch dessen früher und plötzlicher Tod für ihn eine Erlösung. Der Bruder und Nachfolger Wil- helms IL., Heinrich I., war ihm gewogen, Hildebert blieb mit ihm und den Angehörigen seines Hauses bis zum Ende seines Lebens in beiderseitig wohlwollendstem Verkehr. Dies ver- hinderte freilich nicht; dass er in einem Kriege zwischen Heinrich I. und Ludwig VI. von Frankreich einige Zeit von Verbündeten Englands in politischer Gefangenschaft ge- halten wurde. Die zahlreichen Kriege, die damals den Nord- westen Frankreichs heimsuchten, werden unserem Bischof über- haupt mancherlei Sorge und Widerwärtigkeit bereitet haben, namentlich seitdem mit dem Tode des Grafen Helias (1110) und der Nachfolge seines Schwiegersohnes Fulko von Anjou das bis dahin von Hildebert geförderte Einvernehmen zwischen England und Maine für eine Reihe von Jahren wieder ver- loren war.

Vorher aber hatte Hildebert Zeit und Ruhe gefunden, um seine erste Bischofsreise nach Rom zu machen, die er dazu benutzte, sich bei den normannischen Herrschern von Sizilien und anderen Wohltätern Mittel zur Beseitigung der mannigfachen „und grossen Kriegsschäden zu verschaffen. Nach seiner Rückkehr beschäftigten ihn dann die Angelegenheiten der ihm anvertrauten Diözese in hohem Masse. Indes ging er nicht so vollständig darin auf, dass er nunmehr den „Humanisten* ganz verleugnet hätte; jetzt so wenig wie in den Zeiten schwerer Bedrängnis kam seine Muse zum Schwei- gen. In der Tat, die Dichtkunst des Bischofs von Le Mans, wie seine sonstige. schriftstellerische Befähigung, nicht minder

Hildeberts Leben. 3

aber seine wissenschaftliche und praktische Begabung standen in hohem Ruf. Davon zeugt auch seine ausgedehnte Kor- respondenz. Dieses Ansehen Hildeberts als eines der bedeu- tendsten Schriftsteller seiner Zeit hat allerdings dazu geführt, vieles auf seine Rechnung zu setzen, was ihm nicht zukommt, und was ihm zum Teil durchaus nicht zur Ehre gereichen würde )).

Nicht lange nach der oben erwähnten Gefangenschaft finden wir den Bischof wieder in Rom?). Auch diesmal wartete des Zurückkehrenden ausserordentliche, und zwar ganz un- vermutete Arbeit; er hatte mit den tiefgehenden Schäden aufzuräumen, die einer der damals sich erhebenden Volks- prediger, Heinrich mit Namen, in der Zeit seiner Abwesen- heit angerichtet. Die einige Jahre später, nach Ostern 1120, stattfindende feierliche Konsekration des unter Ho&l begon- nenen Kathedralbaues mochte wie ein Versöhnungsfest sich geben, eine Besiegelung des wiederhergestellten Friedens zwi- schen Kirche und Volk ?). Des weiteren traf Hildebert noch

!) Ebenda Seite 30. Ueber Hildeberts schriftstellerische Tätigkeit gedenke ich mich demnächst in umfassender Weise zu verbreiten. Vor- läufig verweise ich hierfür wie für die damalige Renaissance im allge- meinen noch auf Haurdau, Melanges; Baumgartner, Alex., Ge- schichte der Weltliteratur, Freiburg i. B., IV (4. Aufl. 1905) 378 ff.; Luchaire bei Lavisse IIU. In der vorliegenden Arbeit sind selbst- verständlich nur die zweifellos echten Werke Hildeberts berücksichtigt.

?) Ich halte gleich Dieudonne& 73 f. diese Romreise nicht für identisch mit der oben erwähnten. Vacandard behauptet mit Unrecht, dass man keine andere kenne, als die letztere (Les origines de l’heresie albigeoise, Seite 68 Note 3 ihm folgt Hauck bei Herzog VII, 606). Näheres hierüber wie über sonstige noch nicht feststehende Datierungen wird die in der vorigen Anm. angekündigte Schrift enthalten, mit welcher die Regesten Hildeberts verbunden werden sollen.

3) Dieudonne irrt, wenn er (Seite 77) die Wirkungen der Tätig- keit Heinrichs so gering anschlägt; der Biograph Hildeberts berichtet ganz anders: B. XLII oben, M, 98 unten, Mab. 317, 2. Sp. oben. Auch die Sprache Hildeberts im Briefe II, 24 (B. 119 f. M. 242) verrät schlimmere Folgen.

4 Einleitung.

Anordnungen, die geeignet schienen, die Einigkeit im höheren Klerus selbst und zwischen diesem und dem niederen zu sichern; überhaupt war er darauf bedacht, allseitig geordnete Verhält- nisse herzustellen, da wurde er, ein fast siebzigjähriger Greis, noch in eine höhere Stellung abberufen.

Im Anfang des Jahres 1125, nach dem Tode des Erz- bischofs Gilbert von Tours, erwählte man ihn zum Metro- politen. Bald nach seinem Eintritt in die neue Würde geriet er in einen heftigen Streit mit König Ludwig VI. von Frank- reich, der jetzt sein unmittelbarer Herr war; dadurch, dass er hinsichtlich der Besetzung zweier Kapitelsdignitäten ihm nicht zu Willen sein konnte, zog er sich den unversöhnlichen Zorn des Königs zu, und die traurigsten Verwirrungen seiner Kirche haben diesen Streit begleitet. Hier scheint auch der hauptsächliche Anlass zu jenen Klagen über Papst Honorius zu liegen, durch die unser Erzbischof in den Ruf eines Vor- läufers der Gallikaner gelangen sollte!). Tatsächlich ist sein Verhalten gegen das Papsttum stets ein kirchlich durchaus korrektes gewesen. In seiner anfänglichen Zurückhaltung bezüglich der Papstwahl von 1130 scheint er sich mit König Heinrich von England zusammengefunden zu haben. Wie er ehemals es verstanden hatte, sowohl mit diesem wie mit Fulko auf gutem Fusse zu bleiben, so konnte er jetzt bei der so folgenreichen Verbindung dieser Häuser, bei der Vermählung eines Sohnes des Grafen mit einer englischen Königstochter, zugegen sein (1129); dass er an diesem Eheprojekt beteiligt gewesen, ist nicht anzunehmen, wohl aber scheint er später für eine Versöhnung der zeitweilig getrennten Gatten gewirkt zu haben ?).

Als eines der wichtigsten Ereignisse aus der Metropolitan- verwaltung Hildeberts sei noch erwähnt die Provinzialsynode von Nantes (1127). Ihre bedeutsamen Beschlüsse werden wir

!) Siehe Dieudonne 120 ff. ?) Siehe unten im 2. Kap. I, 4. Brief Hildeberts II, 46 (B. 155. M. 272).

Hildebert und das kanonische Recht. 5

eingehender zu prüfen haben; abgesehen davon bildet sie eine bemerkenswerte Etappe in dem jahrhundertelangen Streite zwischen Tours und den Kirchen der Bretagne, welche aus politischem Anlass in Dol ihren eigenen Metropolitansitz haben wollten. Zu Nantes nun ordnete Hildebert auf Wunsch des Herzogs Conan und unter Teilnahme von Bischöfen der Bre- tagne einige sehr rückständige Verhältnisse dieser Provinz; am Ende des Jahrhunderts kehrte sie ganz unter die Juris- diktion von Tours zurück.

Hildebert war auch als Bischof einer der Ersten und der Besten seiner Zeit, ein Mann, der seine Zeit und ihre Be- dürfnisse, die Leute aller Stände kannte und zu behandeln wusste, der namentlich mit den damals so aufgeregten Grossen der Welt umzugehen und in gutem Einvernehmen zu bleiben verstand, ohne sich und den Rechten der Kirche im wesent- lichen etwas zu vergeben. Er war keiner von denjenigen, welche die Welt bewegten, noch von denen, die sich einbildeten, sie zu bewegen oder bewegen zu müssen, er war kein Stürmer und Dränger, auch kein Grundleger für kommende Zeiten; er war ganz ein Mann der eigenen Zeit, aber einer von den- jenigen, welche am meisten dazu beigetragen haben, die Wun- den ihrer Zeit zu heilen. Das ist im Laufe der Jahrhunderte über seiner Bedeutung auf dem Gebiete der Literatur zum Teil vergessen worden.

ER

1. Auch für das kanonische Recht hat nicht Hildebert zu seiner Zeit und in seinem Lande am meisten geleistet, diese Ehre gebührt vielmehr dem Bischof Ivo von Chartres. Ueber dessen Bedeutung für die Entwicklung des kanonischen Rechts sind wir gut unterrichtet, namentlich seitdem sich Fournier so eingehend mit seinen juristischen Werken befasst hat!). „In-

!) Siehe die betreffenden Schriften im Literaturverzeichnis unter Fournier.

6 Einleitung.

dem er die (schwierigen) Fragen aufwarf, erweiterte er den Horizont seiner Zeitgenossen, indem er sie löste, trug er bei zum Fortschritt des Rechts; indem er die Texte der Kano- nisten verbreitete, bot er ihrer Erforschung neue Nahrung; indem er das Beispiel dafür gab, die Texte in Einklang mit- einander zu bringen wie weit und ungenau auch sein Prinzip sein mochte —, brach er allen denjenigen die Bahn, die aus der Mannigfaltigkeit die Einheit zu Tage fördern wollten. Auf diesen Grundlagen sollte der Geist der Schulen des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts weiterbauen, gene- ralisierend in seinen Strebungen, fein in seinen Distinktionen; man sieht dann das scholastische Gebäude des kanonischen Rechts sich neben demjenigen der Theologie erheben. Es wäre Uebertreibung, Ivo als einen der Baumeister zu bezeichnen, die an diesem Gebäude gearbeitet haben, aber es ist nicht mehr als gerecht, wenn man anerkennt, dass er das Terrain dafür bereitet, die Materialien aufgehäuft, das Bauen selbst ermöglicht hat. Und auf Grund dieser verschiedenen Titel verdient sein Name den Namen derjenigen Männer zur Seite gestellt zu werden, die der Sache des Kirchenrechts die meisten Dienste erwiesen haben.“ So fasst Fournier!) das Ergebnis der Untersuchungen zusammen, die er den drei auf Ivo zurück- zuführenden Sammlungen und seinen Briefen kanonistischen Inhalts gewidmet hat?). Ohne allen Spuren des Einflusses, den Ivo ausgeübt, nachgehen zu können, zeigt Fournier doch, dass seine Sammlungen nicht nur in Frankreich, sondern im ganzen Occident verbreitet waren und verwertet wurden, dass

!) Rev. q. h. XIX, 405.

2) Die Briefe und der Prolog zu dem D. werden behandelt in der Rev. q. h. XIX, 51 ff. Das Resultat bezüglich der drei fraglichen Sammlungen siehe Bibl. &c. ch. LVIII, 325. Danach ist die Panormia ohne jedes Bedenken als Werk Ivos zu betrachten, nach Fourniers Ansicht auch das Decretum; höchstwahrscheinlich stammt auch der erste Bestandteil der Tripartita (das sind bei der Dreiteilung die zwei ersten Teile) von Ivo selbst oder aus seiner nächsten Umgebung.

Hildebert und das kanonische Recht. 7

es in der nächstfolgenden Zeit nur wenige kanonistische Kollek- tionen gegeben haben kann, die den seinigen nicht mehr oder weniger von ihrem Inhalt wie von ihrem Plane zu verdanken haben, dass er fast ausschliesslich den Schriftstellern der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts die kirchenrechtlichen Texte geliefert hat).

Ivo lebte bis zum Jahre 11152); die von ihm her- rührenden Sammlungen schliessen mit dem Jahre 1094 oder einige Monate später ab. Vielleicht noch mehr als durch diese hat er auf seine Zeitgenossen durch Briefe eingewirkt. Auch Hildebert hat das kanonistische Orakel seiner Zeit und Heimat befragt, öfter wohl, als aus den erhaltenen Briefen Ivos ?) unmittelbar hervorgeht; er hat ohne Zweifel dem grossen Juristen, der als solcher auch ihm persönlich sowohl mit Gunst wie mit Ungunst nach der Strenge des Gesetzes nahe trat®), gebührend gehuldigt. So wird denn der Versuch, die kirchen- rechtliche Stellung Hildeberts zu zeichnen, voraussichtlich dazu führen, dass der Einfluss Ivos und sein Verdienst noch klarer hervortritt. Ein Mann wie Hildebert wird die Traditionen (rösserer bewahren, befestigen, vielleicht verfeinern, zu ihrem vollständigen Siege beitragen, einer folgenden Zeit sie noch gefälliger überliefern, aber Neues gestalten, einen wesentlichen Fortschritt anbahnen wird er nicht.

Dennoch ist es nicht ohne Wert, die Stellung Hildeberts zu den Fragen des Kirchenrechts einmal im Zusammenhang zu behandeln. Er war, wie schon gesagt, eine hervorragende Persönlichkeit auch als Kirchenfürst, sein Urteil ist darum für uns, es war auch für seine Zeitgenossen von nicht gewöhnlicher Bedeutung. Schon der Sitz von Le Mans, noch mehr der-

!) Ueber diese Ergebnisse siehe Bibl. &c. ch, LVIII, 673 ff.; Rev. g. h. XIX, 401. 402.

2,0 alliasChr,. VIEL TISCH,

3) 74. 148. 167. 206. 220. 230. 232. Die Briefe Hildeberts fehlen.

4, Siehe unten im 1. Kap. III, 1 und im 3. Kap. I, 1. Dieu- donn& 72.

8 Einleitung.

jenige von Tours, sie gaben seinem Ansehen einen sehr weiten Bereich. Und in diesem Bereiche, unter Geistlichen und Laien, Untergebenen, Gleich- und Höherstehenden, auch Grafen und Königen lebte und wirkte er nicht wie einer, der seine guten oder schlechten Grundsätze rücksichtslos auf seine Umgebung anzuwenden sucht, sondern als ein feiner Beobachter und Kenner der Verhältnisse, wie ein Freund und Erzieher, der nach Kräften allen alles zu werden sich bemüht. Er nahm die Gesellschaft und die Menschen, wie sie waren, und behan- delte sie demgemäss, suchte sie seinen Idealen, welche die der Kirche waren, zu nähern. So bietet sich uns in seinem Schaffen und in seinen Schriften einerseits ein zuverlässiger Spiegel seiner Zeit, anderseits ein Prüfstein für Grundsätze, welche damals und dort Anwendung gefunden haben oder finden wollten. Dies gilt auch für das Gebiet des Kirchenrechts. Auch der Rechtshistoriker kann in diesem Sinne aus der Lebens- geschichte und den Werken Hildeberts manches und Wich- tiges lernen. Kirchenrechtlicher Natur waren ja die Fragen, welche die Zeit bewegten, und Hildebert ist sowohl um seiner selbst wie um anderer willen an sie herangetreten. Zwar finden wir in seiner Briefsammlung nur wenige Beispiele dafür, dass juristische Anfragen an ihn gerichtet worden